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Digi-Economy: Der analoge Schrei nach Aufmerksamkeit…

09.10.2017 08:13 Uhr PSI
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Digi-Economy: Der analoge Schrei nach Aufmerksamkeit…

Die Digitalwirtschaft boomt, kein Ende in Sicht. Eine eindrucksvolle Momentaufnahme kraftstrotzender digitaler Ökonomie lieferte wieder einmal mehr die diesjährige Kölner dmexco im September. Fast schon automatisch: das Aussteller- und Besucherplus, Superlative der Digitalkultur im Überfluss. Alles Bits und Bytes, oder was? Nicht ganz! Denn da gab es noch den analogen Schrei nach Aufmerksamkeit …

Klarer Fall: Wer im Dschungel der Trends und Hypes der Digitalwelten Substantielles von Nebensächlichem trennen möchte, kommt an einem Besuch der dmexco kaum vorbei. Internet of Things, CRM, Datenschutz, Adfraud und Adblocker, Blockchain, Contentmarketing und Virtuell Reality. Undsoweiter.

Ein Stelldichein der Internetgiganten im Geschwirre ungezählter Kleinanbieter, Dienstleister und Start-ups: zwei Tage wie im digitalen Karneval, orchestriert von Hunderten von Speakern, Workshops und Vorführungen. Da können die angebotenen Guided Tours für Erstbesucher durchaus hilfreich sein.

Internationale Drehscheibe

Knatsch gab’s auch, die Digitalen sind kein Streicheltierzoo. So beklagten beispielweise die deutschen Aussteller die schier erdrückende Übermacht der internationalen Aussteller. Doch was soll’s? Die digitale Wiege der Menschheit steht nun mal im Silicon Valley. Nicht von ungefähr agiert die dmexco als internationale Drehscheibe, und das durchaus glaubwürdig.

Doch lassen wir die Zahlen sprechen: rund 40.700 Fachbesucher trafen auf rund 1.100 Aussteller aus 39 Ländern, mehr als 570 internationale Speaker sorgten für Know-how und Input. Zuwächse auf allen Ebenen und einmal mehr die Öffnung neuer Hallenflächen. Dichtes Gedränge an beiden Tagen. Business as usual also? Nicht wirklich!

Teures Messepflaster

Mit anziehenden Austellerzahlen und neuen Flächen bei einem unveränderten Angebot begehrter Ausstellungsplätze und Hallen ist steigender Ausstellerfrust vorprogrammiert. Hinzu kommt ein durchweg gleichförmiger Standbau, wenn man von den großen Playern absieht.

Die Uniformität der Stände spiegelt die fehlende Greifbarkeit der Produkte wider. Sei es Software, sei es Service: Wer den Besucher nicht an den Stand bekommt und sein Produkt nicht erkären kann, geht leer aus. Und dafür sind die Quadratmeterpreise der dmexco schlicht zu gesalzen.

Die Akteure der dmexco haben die Welt der Werbemittel entdeckt

Dichtes Gedränge auf Seiten der Anbieter und Besucher macht dann doch erfinderisch. “Endlich!”, möchte man aus Sicht des Werbeartikelprofis aufatmen: Die Akteure der dmexco haben die Welt der Werbemittel entdeckt. In ihrer Not, schlichtweg übersehen, geschweige den erinnert zu werden, stürzten sich die dmexco-Aussteller nahezu kollektiv in einen analogen Schrei nach Aufmerksamkeit.

Es hatte sich bereits im letzten Jahr zaghaft angekündigt. Neben den schon lange existierenden Tragetaschen wurden häufiger Flyer und Folder gesichtet, dazu vereinzelt gebrandete Snacks, Wasserflaschen, die ersten Jutebeutel sowie schüchtern vereinzelte T-Shirts.

Haptischer Quantensprung

Mit diesem eher noch homöopathisch dosierten Werbemittel-Szenario hatte die diesjährige dmexco nichts mehr gemeinsam. Sowohl auf Seiten der Hochglanz-Printinformationen als auch bei den eingesetzten Werbeartikeln kann man ohne Übertreibung von einem haptischen Quantensprung sprechen.

Die Digi-Branche hat verstanden! Ohne handfesten Informationstransfer läuft nichts oder eben nur sehr wenig. Zur Unterscheidbarkeit gehören Berührbarkeit und – der Nutzwert, sofern es sich um einen Kontaktartikel handelt.

Kugelschreiber und Notizbücher

Geradezu verblüffend für das Universum der Clouds und digitalen Transfers, der Screens und Tastaturen war die Existenz an gebrandeten Kugelschreibern, Notizbüchern und Haftnotizen in überbordender Fülle. Ganz offensichtlich wird auch bei den Digital Natives noch (oder wieder?) und auch gerne mit der Hand geschrieben.

Zum gängigen Erscheinungsbild der Messestände zählten gebrandete Snacks und Werbesüßigkeiten. Explosionsartig vermehrt hat sich das Angebot an Jutebeuteln, flankiert von Caps und T-Shirts. Feuerzeuge (teilweise mit integriertem Kapselheber) wurden gesichtet, Fidget Spinner, Bälle und Quietsche-Entchen im Lufthansa-Branding.

Beim strategischen Werbemitteleinsatz noch viel Luft nach oben

Mit Blick auf den strategischen Werbemitteleinsatz noch eher im Bereich Step One mit naturgemäß viel Luft nach oben. Offenbar viel Selbstgestricktes aus dem Meetingroom, mutmaßlich Online geordert, Qualität sehr unterschiedlich – vom Schrott bis zum grundsoliden, qualitativ ansprechenden Haptical.

Originelle Giveaways wie etwa ein Fläschchen mit desinfizierendem Handreiniger (kein schlechter Schachzug bei 40.000 Mouse-klickenden, Tastatur-hackenden Digitalnerds vor Fingerabdruck-geschwängerten Touchscreens und hinter ebensolchen VR-Brillen) waren noch die Ausnahme.

Fehlende Beraterkompetenz im Hintergrund

Verblüffend auch, dass Branchen-affine Werbeartikel wie USB-Sticks, Ladekabel, Powerbanks und Touchpens zu den Ausnahmeerscheinungen zählten. Auch dies ein Beleg für die fehlende Beraterkompetenz im Hintergrund.

Und die Moral von der Geschicht’? Jedenfalls aus der Sicht des Werbeartikelberaters? Erstens: Die Digitalökonomie bietet ein weites Feld für den Werbeartikeleinsatz. Sie schreit geradezu nach haptischer Differenzierung ihrer Dienstleistungen und Produkte – und das sicher nicht nur für Messezwecke.

Zweitens: Ein bisschen inhaltliche Ahnung von dem, was meine neue potentielle Kundenklientel da so treibt und vor allem auch, was sie antreibt, darf’s schon sein. Denn Kugelschreiber und Notizbuch können sie schon von alleine.

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