Persönlicher Produktfinder

Hotline

Online Produktfinder

Das Leben als Datenstrom - Ruhe-Inseln und Rettungsanker: die analogen Produktwelten

20.06.2017 09:09 Uhr PSI
Das Leben als Datenstrom - Ruhe-Inseln und Rettungsanker: die analogen Produktwelten | Das Leben als Datenstrom - Ruhe-Inseln und Rettungsanker: die analogen Produktwelten

Das Leben als Datenstrom - Ruhe-Inseln und Rettungsanker: die analogen Produktwelten

Im Turbotempo wird unser Alltag digitalisiert. Unsere Berufs- und Privatleben werden digital vermessen. Dabei verwischen ihre Grenzen. Sie verschmelzen zu einem transparenten Ganzen und werden vom Datenstrom aufgesogen. Dagegen regt sich ein - zumeist unbewusster - Widerstand. Ablesbar am sprunghaft gestiegenen Konsum von scheinbar längst ins Museum verabschiedeten Produkten, an der gewaltigen Zunahme von DIY-Aktivitäten (Do-it-Yourself) sowie handwerklich-künstlerischen Freizeitgestaltungen. Ein Megatrend! Natürlich auch ein Mega-Argument für den Einsatz von Werbeartikeln.

Sofortbildkameras, Vinyl-Schallplatten, Ausmalbücher und Brettspiele, Gärtnern und körperliche Fitness: die Menschen setzen materielle und körperliche Kontrapunkt zur digitalen Hetze. Die können wir zwar nicht anfassen, aber spüren sie. 24 Stunden am Tag. Tagtäglich. Und wir sehen sie, wenn wir in den Spiegel schauen oder unseren Kollegen begegnen.

Die analoge Welt ist zurückgekommen, um sich zu behaupten

Der Boom der analogen Welten kann uns da nicht wirklich mehr überraschen. Natürlich ist die virtuelle Realität gekommen, um zu bleiben. Aber auch die analoge Welt ist offenbar zurückgekommen, um sich zu behaupten. Viele Indizien sprechen dafür, dass wir nun die Zeit erleben, in der sich die beiden Welten miteinander ausgleichen. Beispielsweise auch die zurückgegangenen E-Book-Verkäufe bei gleichzeitig angezogenen Absatzzahlen der guten alten Papierbücher.

Big Data liefert uns Werbeartikelprofis also Argumente am laufenden Band, warum sich dieser Megatrend auch mühelos auf den Zielgruppen- und Anlass-bezogenen Einsatz von gegenständlichen Werbeträgern übertragen und messbar erfolgreich nutzen lässt.

Die Welt von Small Data: die kleinen Dinge des Lebens

Aber neben den großen Datenströmen und ihren Auswertungen durch fleißige und nimmermüde Algorithmen existiert auch die Welt von Small Data, wie sie der Marketingexperte Martin Lindstrom in unser Bewusstsein gerückt hat. Vermeintliche Nebensächlichkeiten im Kundenverhalten, die kleinen Dinge des Lebens, private Wünsche, aber auch Ängste.

Was das mit unseren analogen Ruhe-Inseln zu tun hat? Nun, in den zurückliegenden Wochen ist der Autor dieser Zeilen über zwei scheinbare Nebensächlichkeiten gestolpert. Zum einen merkt der Spiegel Online-Redakteur Markus Böhm in seinem “Newsletter aus der Netzwelt” vom 12. Juni 2017 an: “In Sachen Paketbestellungen hänge ich an einem Stück Papier - an jener gelben DHL-Benachrichtigungskarte, die im Briefkasten landet, wenn eine Sendung nicht direkt zugestellt werden konnte.”

Kleine haptische Reminder

Dieser kleine haptische Reminder seines Paketzustellers ist in Gefahr auszusterben. Die DHL will ihre Benachrichtigungen für einen ausgewählten Kundenkreis auf eMails umstellen. Dagegen begehrt Markus Böhm auf. Der Online-Redakteur besteht auf seiner physischen Benachrichtigung.

Damit deckt er ganz nebenbei - und vermutlich auch ungewollt - die große marketingstrategische Lücke im Denken der mutmaßlichen DHL-Controller auf: Die Papiernachricht des Paketzustellers im Briefkasten ist psychologisch wie ein analoges Werbemittel zu bewerten.

Pures Kontaktgold im Zeitalter explodierender Onlineshop-Bestellungen

Ein simples Stück Papier. Ein Vordruck mit dem Logo des Paketdienstleisters. Berührbar, einer Haftnotiz im Einsatz als Werbemittel beispielweise vergleichbar. Pures Kontaktgold im Zeitalter explodierender Onlineshop-Bestellungen und entsprechenden Zustellquoten von Paketen - bei gleichzeitig gnadenlosem Verdrängungswettbewerb unter den Paketdienstleistern.

Ein “unforced error”, wie das Tennis so schön den vermeidbaren Spielerfehler nennt. Genau in diese Schiene passt auch ein zweite Beobachtung der jüngeren Zeit. Womit wir bei der Deutschen Bundesbahn wären. Sie erprobt aktuell eine App, die dem guten alten Fahrschein den Garaus bereiten soll.

Alles nur noch digital, zackzack. Passagier- und Fahrtenüberwachung inklusive. Und selbstverständlich wird auch der Ticketpreis passgenau wie vollautomatisch abgebucht. Funktioniert natürlich nur mit einem Handy am Körper. Was aber machen die, die kein Smartphone besitzen? Und was diejenigen, die ihre Daten nicht lückenlos in irgendeine Cloud hochjagen wollen?

Die Bahn bastelt an Kompromissen. Klar ist, dass sich ein gut Teil der Bahnkunden für die App begeistern wird. Für die eher zurückhaltend-konservativ gestimmte Klientel wird die Bahn einen zweiten, analogen Weg aufhalten müssen.

Was hat das alles mit dem Geschäft eines Werbeartikelberaters zu tun?

Was das alles mit dem Geschäft eines Werbeartikelberaters zu tun hat? Eine ganze Menge! Ganz allgemein lernen wir an solchen Beispielen in unserer Rolle als Zeitgenossen und Verbraucher, dass die Zeit der schieren Übermächtigkeit der Digitalisierung in ein Nebeneinander von digitalen und analogen Welten eingemündet ist. Passende Schnittstellen in ausreichender Anzahl inklusive.

Zweitens verstehen wir, dass wir gerade auch die kleinen Dinge als Halt im Leben brauchen. Drittens, und hier kommt die unwiderstehliche Schlussfolgerung für den Berater: Die menschliche Evolution hält mit der digitalen Revolution nicht Schritt, wie es der Haptik-Spezialist Olaf Hartmann auf den Punkt gebracht hat.

Das angeborene Bedürfnis der Klientel nach Berührung darf kein Unternehmen ignorieren, insbesondere nicht bei unsichtbaren bzw. unberührbaren Dienstleistungen. Sie müssen anfassbar bleiben oder gemacht werden. Das besorgen in unnachahmlicher Weise Werbeartikel.

Wenn sich schon unser Berührungshunger an die kleinen Papiere mit Benachrichtigungen unseres Paketdienstleisters oder Tickets für die Bahn klammert, um wieviel (ver-)bindungsstärker sind dann zielgruppenaffine Werbeartikel?

zur News-Übersicht