Persönlicher Produktfinder

Hotline

Online Produktfinder

Schulden-Krise sorgt für kleinen Dämpfer

26.05.2010 News Archiv
 |

Die Krise um die Staatsschulden in der Euro-Zone sowie die Diskussionen um die Stabilität des Euro haben die Verbraucher verunsichert und dem Konsumklima aktuell einen kleinen Dämpfer versetzt: So bilanziert die GfK Gruppe ihre jüngste Studie zum Konsumklima. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung müssen demnach deutliche Einbußen hinnehmen. Die Anschaffungsneigung erleidet dagegen nur vergleichsweise geringe Verluste. Der Gesamtindikator prognostiziert nach revidiert 3,7 Punkten im Mai für Juni dieses Jahres einen Wert von 3,5 Zählern.
Die Diskussionen und Unsicherheiten hinsichtlich der Stabilität des Euro sowie des notwendig gewordenen Rettungsschirms haben im Mai auch bei den Konsumenten erste Spuren hinterlassen. Sie sehen die weitere konjunkturelle Erholung in Deutschland gefährdet und erwarten eine höhere Inflation.
Die positive Entwicklung der Konjunkturaussichten der deutschen Verbraucher, die noch im April für ein deutliches Plus gesorgt hat, setzt sich in den Ergebnissen der Mai-Befragung nicht fort. Die Bundesbürger befürchten, dass die Rettungspakete für Griechenland und den schwächelnden Euro die deutsche Wirtschaft in ihrer Erholung beeinträchtigen könnten. Die aktuellen Ereignisse überlagern damit die positiven Impulse, die durch die erfreuliche Exportentwicklung sowie den stablien Arbeitsmarkt gegeben sind. Ein schwächerer Euro-Kurs verstärkt gegenwärtig sogar noch die positive Dynamik bei den deutschen Ausfuhren. Dies ist auch mit ein Grund dafür, dass sich die Beschäftigung derzeit überaus robust zeigt. Die deutschen Unternehmen lassen sich bisher nicht allzu sehr von den Diskussionen um die hohen Staatsschulden verunsichern. Dies belegt die stabile Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex.
Hatte die Einkommenserwartung im vergangenen Monat noch den höchsten Wert seit 2001 zu verzeichnen, so muss sie im Mai wieder Einbußen hinnehmen.
Zum Zeitpunkt der Befragung waren Griechenland beziehungsweise der Rettungsschirm zur Stabilisierung des Euro unter den Konsumenten Top-Themen. Viele Verbraucher gehen offenbar davon aus, dass diese Maßnahmen die ohnehin hohe Verschuldung noch weiter in die Höhe treiben wird. Um die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse erfüllen zu können, müsste der Staat in der Folge noch größere Einsparungen vornehmen beziehungsweise Steuern erhöhen. Dadurch sehen die Bürger ihre Einkommensaussichten getrübt. Der leicht rückläufige Trend der Anschaffungsneigung setzt sich auch im Mai fort. Viele Konsumenten gehen davon aus, dass sich die Inflation verstärken und die Kaufkraft sinken wird.
Sollten sich die Diskussionen um die Stabilität des Euro und die Staatsschulden in absehbarer Zeit legen, bestehen gute Aussichten, dass die günstigen Rahmenbedingungen wieder mehr in den Vordergrund rücken. Dann wird sich auch der Konsum, trotz der krisenbedingten Herausforderungen, stabilisieren können. Dies wird jedoch nichts daran ändern, dass der Export in diesem Jahr wieder die Hauptlast der wirtschaftlichen Entwicklung tragen muss.

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX" und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.
Weitere Informationen unter: www.gfk.com

 

zur News-Übersicht