Neues Erbrecht

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Seit Januar 2010 gilt das neue Erbrecht, das in seiner Grundstruktur schon seit 100 Jahren existiert. Modernisiert wurde insbesondere das Pflichtteilsrecht, wodurch auch das Vererben von Firmen an nicht pflichtteilsberechtigte Erben erleichtert wird. Hier die wesentlichen Neuerungen des Gesetzes:


Maßvolle Erweiterung der Stundungsgründe: In Zukunft kann auch der Neffe, der sich sein Leben lang im Unternehmen engagiert und dieses dann geerbt hat, eine Stundung gegenüber den testamentarisch ausreichend versorgten, pflichtteilsberechtigten Kindern geltend machen, sofern die Erfüllung des Pflichtteils eine „unbillige Härte" darstellen würde. Damit wird der Zerschlagung von Vermögenswerten zulasten der Erben entgegengewirkt.
Gleitende Ausschlussfrist: Bislang wurden Schenkungen, die ein Erblasser bis zu zehn Jahre vor seinem Tode machte, voll in den Pflichtteil mit einbezogen. Es wurde also so getan, als wäre die Schenkung nicht vollzogen worden. Die Neuregelung sieht vor, dass eine Schenkung für die Berechnung des Ergänzungsanspruchs graduell immer weniger Berücksichtigung findet, je länger sie zurück liegt.
Verjährung von Ansprüchen: Die Neuregelung passt die Verjährung von familien- und erbrechtlichen Ansprüchen an die Regelverjährung von drei Jahren an, wie sie in der Schuldrechtsreform von 2001 festgelegt wurde.
Honorierung von Pflegeleistungen: Zukünftig können Pflegeleistungen in Erbauseinandersetzungen in erhöhtem Umfang berücksichtigt werden. Künftig entsteht dieser Anspruch unabhängig davon, ob für die Pflegeleistungen auf eigenes berufliches Einkommen verzichtet wurde.
Pflichtteilentziehungsgründe: Die Entziehungsgründe für Kinder, Ehe- oder Lebenspartner und Eltern wurden vereinheitlicht. Als Ausdruck der Familiensolidarität bleibt die Höhe des Pflichtteils jedoch unverändert. Der Entziehungsgrund des „ehrlosen und unsittlichen Lebenswandels" entfällt.

 

 

 





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