Fritz Bauer: Der Gentleman
20.07.2010
Fritz Bauer
Geht es um den Werbeartikelmarkt in Österreich, wird sein Name stets als einer der ersten genannt: Friedrich „Fritz" Bauer (70) ist mitverantwortlich für den kontinuierlich gewachsenen Stellenwert des Werbeartikels in der Alpenrepublik. Bauer gründete vor 19 Jahren mit einer Handvoll Mitstreitern den Verband Österreichischer Werbemittelhändler (VÖW). Bei seinem Engagement als derzeitiger Purchase Manager und langjähriger ehemaliger Präsident (1990-94, 2002-2008) des global organisierten Branchennetzwerks International Partnership for Premiums and Gifts (IPPAG) hat Bauer stets den Austausch von Erfahrung und Wissen und den Ausbau des Netzwerks im Blick: „Über die partnerschaftliche Strategie, gesuchte Produktqualität zu wettbewerbsfähigen Preisen schnellstmöglich anbieten und liefern zu können, profitiert vor allem der Kunde", so Bauer, der als einer der ersten Österreicher Business-Kontakte nach Asien knüpfte.
Fritz Bauer wird 1940 als erstes von drei Kindern in Brünn geboren und verbringt seine Kind- und Jugendzeit in Wien. Sein Weg ins Berufsleben führt über Volks- und Hauptschule in die Ausbildung zum Speditionskaufmann. Dem Beruf des Spediteurs bleibt Bauer indes nur zwei Jahre erhalten, er wechselt schnell auf die Verkaufsschiene und macht sich 1965 selbstständig. „Der Firmenname Mitraco war schnell gefunden, eine gekürzte Phantasiezusammensetzung für Middle European Trade Company", so Bauer.
Beim Geschäftsstart in der eigenen Wohnung vor 45 Jahren setzt er auf Weihnachtsgeschenke, feiert schon bald stattliche Umsätze mit Witzbüchlein in Arzneiverpackungen. Das Geschäft entwickelt sich kontinuierlich weiter, der Personalstand wächst und 1978 wird Fritz Bauer mit Mitraco, das mittlerweile acht Mitarbeiter beschäftigt, exklusiver Merchandisingpartner des Österreichischen Fußballverbandes ÖFB.
Beruflich geht es kontinuierlich nach oben, privat endet seine zwölfjährige Ehe mit Linde Bauer. „Die Kinder, der Bub war damals 13, meine Tochter 12, blieben bei mir, ich war seitdem allein erziehender Vater." Der Kopf des heute zwölf Mitarbeiter zählenden Unternehmens arbeitet unermüdlich und bringt Familie und Beruf unter einen Hut. Im Juni 2005 ein weiterer Schicksalschlag: „Von einem Tag auf den anderen hat mein über Jahre engster Mitarbeiter, mit dem ich sehr freundschaftlich verbunden war, die Firma mit den besten fünf von sechs Mitarbeitern verlassen, etliche Kontakte mitgenommen und sich selbstständig gemacht, obwohl er vor fünf Jahren zugesagt hatte, den Betrieb übernehmen zu wollen", berichtet Bauer von „meiner größten Enttäuschung".
Der weitere Weg des Fritz Bauer ist bereits vorgezeichnet: „Zum 20. Geburtstag des VÖW im nächsten Jahr vollziehe ich den Generationswechsel", verrät er. Auch Gespräche über die bevorstehende Übernahme seiner Firma wurden bereits geführt. Dem VÖW bleibt er dennoch erhalten und plant auch weiterhin das Sommermeeting des Verbands. Wie nicht anders zu erwarten, steht dabei im Mittelpunkt nicht allein eine Produktpräsentation der im VÖW organisierten Lieferanten, sondern eben immer auch der Mensch.

